Eigenbauleuchte mit 3W auf der Basis einer LED-Taschenlampe
Der Preis für diese Eigenbaulösung hat sich auf 17,5€ belaufen (ohne Akku).
Die Lichtleistung sollte einer Sigma Powerled Black für ca. 160€ recht nahe kommen.
Bei dieser Variante hat man die Wahl, ob man einen Reflektor oder einer Linse verwendet. Ich werde zwei Linsen testen. Eine klare Linse mit 10° Winkel und eine diffuse Linse mit 15°. Wenn man eine Linse verwendet, bietet sich die P4 von Seoul an. Hat man sich für den Reflektor mit 10° Austrittswinkel entschieden, dann ist die Cree R2 zu bevorzugen! Beide LEDs haben in etwa die gleiche Lichtleistung (ca. 240lm bei 1000mA).
Geeignet für eine solche "Umbauaktion" sind eigentlich alle Minitaschenlampen mit einem Durchmesser von ca. 22mm. Ich habe dieses Gehäuse von Pollin gewählt, da es nicht zu lang ist, günstig ist, am hinteren Ende schon einen Schalter eingebaut hat und nett aussieht. :)
Als erstes sind die verbauten LEDs zu entfernen. Das geht mit einem kleinen Schraubendreher ganz einfach, da die LED-Platine nur durch einen Metallring geklemmt ist.
Als nächstes ist der Alukühlkörper zu bearbeiten. Die Löcher für die Versorgungsleitungen sind zu bohren, und die LED muss befestigt werden. Ich habe die LED auf ein klebendes Wärmeleitpad gedrückt. Zusätzlich habe ich an der Seite noch Kohlefaserstäbe verklebt und die dann zur Sicherung der PowerLED eben mit dieser mit Zweikomponentenkleber verklebt.
Den Kühlkörper habe ich mit kleinen Einschnitten mit einer Metallsäge versehen, die bei der Montage überschüssige Wärmeleitpaste aufnehmen kann. Außerdem habe ich an der Rückseite dreieckige Nuten gefeilt, um den Kühlkörper besser verkleben zu können. Ich hoffe, dass die Klebeverbindung auch der Wärmebelastung bzw. der resultierenden Wärmeausdehnung standhält.
Die Konstantstromquelle habe ich um einen Kurzschluß zu vermeiden in einen Schrumpfschlauch eingeschrumpft.
Nachdem die Einheit zusammengebaut wurde muss auf die Innenseite des Gehäuses Wärmeleitpaste aufgetragen werden und erst danach kann die Einheit in das Gehäuse von hinten geschoben werden. Zuvor aber ist die Linse in das vordere Ende eingelegt werden, um so als "Anschlag" für die Kühlkörpereinheit zu bilden.
Hier die modifizierte Taschenlampe im Größenvergleich mit einer Eigenbaulampe eines Kollegen:
Die kleine Lampe wurde 10min bei Raumtemperatur und ohne Luftkonvektion betrieben und das Gehäuse erwärmte sich nicht mehr als geschätzte 45°C. Die Temperatur dürfte im Winter (sofern die Leuchte in der Hand gehalten wird) als sehr angenehm empfunden werden. Im Sommer dagegen könnte die Temperatur etwas stören aber nicht wirklich unangenehm sein.
Die Leuchte ist also thermisch völlig in Ordnung und nicht kritisch. Das dürfte bei der 10W Leuchte anders aussehen! :-)
Die KSQ wird mit 6V gespeist und die LED nimmt "nur" 800mA auf, obwohl sie 1000mA vertragen könnte. Das ist aber in Ordnung so, da die Leuchte damit zwar geringfügig weniger Leuchtstark ist, aber deutlich an Leuchtdauer gewinnt.
Ich habe nun beide Linsen getestet (10° klar und 15° diffus). Diie klare Linse hat einen deutlichen hellen Spot und könnte damit auch als Taschenlampe dienen. Die diffuse Linse ist für das Fahrradfahren etwas besser geeignet, da die Ausleuchtung großflächiger und weicher ist.
